Ich heiße Jochen Winzer, bin mittlerweile 32 Jahre alt und komme aus der Nähe von Bonn in NRW.
Nachdem ich mich nach meiner beruflichen Ausbildung für ein Jahr zu einer schulischen Weiterbildung (FOS) hatte zurückstellen lassen, kam dann der Zeitpunkt, um mir ernsthaft Gedanken zur Ableistung meines Wehrdienstes zu machen. Da mir nie in den Sinn gekommen wäre, den Wehrdienst zu verweigern, dachte ich mir, warum nicht diese Zeit so interessant wie möglich (nicht so angenehm wie möglich, wie sich bald herausstellen sollte) zu verbringen. Bald stand fest, ich will zu den Fallschirmjägern !
Nachdem ich mich erst einmal mit dem zuständigen Wehrdienstberater über meine letztendliche Verwendung herumgestritten hatte (ich sollte Funker in Koblenz werden), wurde ich als Fallschirmjäger im Saarland eingezogen. Das für mich bestimmte Bataillon war das Fallschirmjägerbataillon 263 der Saarlandbrigade.
Das Bataillon 263 ist untergebracht in der Niederauerbach-Kaserne in Zweibrücken an der Grenze von Saarland und der Pfalz. Es bestand zu meiner Zeit aus 6 FschJg-Kompanien, die wie folgt unterteilt waren:
| 1. Kompanie: Stabskompanie | |
| 2. Kompanie: Kampfkompanie | |
| 3. Kompanie: Kompanie für Grundwehrdienstleistende | |
| 4. Kompanie: Kampfkompanie | |
| 5. Kompanie: Ausbildungskompanie | |
| 6. Kompanie: Reservistenkompanie |
Dieses Bataillon gehörte zu den Kräften der KRK, der Krisen-Reaktion-Kräfte. Das bedeutete also, dass Teile des Bataillons zu jeder Tages- und Nachtzeit innerhalb kürzester Zeit mobil gemacht und an einen beliebigen Krisenherd in der Welt geschickt werden konnte, um ihren Auftrag zu erfüllen. Der Auftrag war, die KSK, also die Kommando-Spezial-Kräfte der Bundeswehr, bei ihren Einsätzen zu unterstützen. Dieses Szenario hätte wie folgt aussehen können: In einem Land gibt es einen Staatsstreich und die sich dort aufhaltenden deutschen Staatsbürger flüchten sich in die Deutsche Botschaft. Die KRK-Truppen werden nach Verlegung in ein Nachbarland von dort aus mit CH-53 Hubschraubern in das betreffende Land geflogen und kämpfen einen in der Nähe der Botschaft liegenden Flugplatz frei und halten ihn gegen feindliche Kräfte, bis die nachrückenden KSK-Truppe die deutschen Staatsbürger aus der Botschaft evakuiert und mit z.B. einer C-160 Transall vom Flugplatz aus abtransportiert haben.
Das war ein kurzer Umriss zum Thema und nun viel Spaß mit den Bildern !