Jedes Jahr im Sommer findet in der Niederauerbach Kaserne in Zweibrücken ein Tag der offenen Tür (TOT) statt. Dabei werden von den Kompanien verschiedene Vorführungen aufgebaut. Eine der zwei Kampfkompanien macht hierbei eine Vorführung. Im Jahr 1999 hatte die 4. Kompanie die Ehre, am TOT eine "Erstürmung eines Funkpostens" vorzuführen. Der Aufbau und vor allem die Übungsphase, sowie die Abstimmung der einzelnen pyrotechnischen Effekte, benötigten ca. zwei Wochen Vorbereitungszeit, damit alles so realistisch wie nur möglich aussah. Das Objekt besteht aus einem einstöckigen Gebäube mit zwei Räumen, das zur Zuschauerseite hin offen ist. Das Gebäude selbst besteht aus zusammengenagelten Munitionskisten und ist mit Jutesäcken verkleidet. Das Dach hingegen besteht aus Plastikplanen und Tarnnetzen. Halbverdeckt dahinter steht ein getarnter 2-Tonner-Unimog und ein Funkturm aus Pi-Stangen.
Die Vorstellung der Truppe. Von
links nach rechts: Der Gruppenführer mit Sanitäter und Funker, zwei Scharfschützen im
Tarnanzug, der MG-Trupp, der Stoßtrupp und zu guter letzt der Blend- und Sprengtrupp,
bestehend aus zwei Soldaten mit Nebelgranaten und Sprengrohr. Im Vordergrund der
Kompaniechef und rechts der Bataillonskommandeur. Im rechten Hintergrund ist das Objekt
mit dem Funkturm zu erkennen.
Nachdem die beiden
Scharfschützen auf Funkbefehl die zwei Wachposten in den Sandsackstellungen ausgeschaltet
haben, beginnt das Deckungsfeuer der zwei MG-Trupps auf das Gebäude und den Unimog unter
dem Tarnnetz. Nachdem die beiden Soldaten des Blend- und Sprengtrupps ihre Nebelgranaten
möglichst weit in Richtung der S-Drahtsperre geworfen haben, um die weiteren Aktionen so
gut wie möglich zu tarnen, läuft einer der beiden nach vorne und schiebt das 2m lange
Sprengrohr unter die dreifache S-Draht-Sperre.
Nachdem eine Schneise in die
S-Draht-Sperre gesprengt wurde (ein sehr komplizierter Effekt), stürmt der Stoßtrupp
nach vorne. Er sichert die Hausfront und die Ecken, danach sprengt er mit einer
Handgranate die Haustür auf, um ins Gebäudeinnere zu gelangen. Dort werden die zwei
Räume freigekämpft, die Funkanlage zerstört und eventuell wichtige Unterlagen des
Feindes mitgenommen. Bei dieser Erstürmung wird ein Soldat angeschossen und per Funk wird
ein in der Nähe fliegender Hubschrauber zum Abtransport des Verletzten angerufen.
Schon nach wenigen Minuten
ist der Hubschrauber in der Nähe (Bildmitte über den Bäumen). Das Objekt wird mit einer
roten Nebelgranate für den einfliegenden Hubschrauber markiert. Er landet auf dem freien
Platz links neben dem Gebäude und nimmt den Verletzten und den behandelden Sanitäter an
Bord und fliegt ab. Danach wird das Objekt, das in der Zwischenzeit zur Sprengung
vorbereitet wurde, geräumt. Nur der Blend- und Sprengtrupp bleibt und setzt die
Zündschnüre der Vernichtungsladungen in Brand, bevor auch er unter Deckung der anderen
das Objekt verlässt. Danach fliegt unter einem lauten Knall und Feuer das mit Sandsäcken
verbarrikadierte Fenster auseinander und der Funkturm stürzt um.
Die Vorstellung ist vorbei. Die
Ausrüstung wird abgelegt und die Besucher können sich alles aus der Nähe ansehen. Die
Soldaten im blauen Monteursanzug stellten zwei der Feinde dar.
Der Hubschrauber kehrt mit
dem "Verletzen " und dem Sanitäter zurück und setzt zur Landung auf dem
angrenzenden Feld an.
Eine CH-53 der Heeresflieger
setzt zur Landung an. Der Platz ist weiträumig abgesperrt worden.
So ein großer
Transporthubschrauber macht bei der Landung eine Menge Wind und wirbelt viel Gras auf.
Die CH-53 soll Freifaller
aufnehmen und sie über der Kaserne absetzen.
Einer dieser Freifaller
im Anflug.
Ich posiere vor der Bell
UH-1D.