Ausbildung Automatik-Springerlehrgang

an der Luftlande- / Lufttransport-Schule (LL/LTS) Altenstadt

(Sprungdienst)

Der Sprungdienst beinhaltet fünf Automatik-Sprünge aus einer Transall C-160 oder aus dem MTH CH-53, mit mindestens einem "Gepäcksprung". Der Sprungdienst dauert minimal zwei Tage, da man maximal nur drei Sprünge an einem Tag absolvieren darf. In der Praxis allerdings dauert der Sprungdienst je nach Wetterlage sogar bis zu vier Wochen.

Bus_k.jpg (2610 Byte)Ist der Sprungdienst angesetzt, geht es erst mal eine Stunde lang im Bus zum Flugplatz Penzing in der Nähe von Landsberg am Lech. Die Fallschirme werden zuvor mit dem "Schirmfahrzeug" von Altenstadt nach Penzing gefahren.

 

 

Flugplatz_Penzing_k.jpg (11218 Byte)Der Flugplatz Penzing in der Nähe von Landsberg am Lech. Von hier aus starten die C-160 "Transall" der Luftwaffe. Wo so viele "Trall´s" auf dem Flugfeld stehen, ist bestimmt auch eine für den Sprungdienst der LL/LTS abgestellt.

 

Springer_k.jpg (2388 Byte)Ein Springer nach dem Anlegen des Haupt- und des Reserveschirms. Als Hauptschirm wird der seit Jahrzehnten fast unveränderte Rundkappenfallschirm-T10 verwendet. Der Schirm wird über die gelbe Aufziehleine mit dem Karabinerhaken, der im Luftfahrzeug an der sogenannten "Ankerleine" eingeklinkt wird, automatisch nach dem Sprung aus dem Verpackungsack herausgezogen. Er hat bei einem Gewicht von ca. 12 kg und einem Durchmesser von über 10 m eine Fläche von 83 qm. Das reicht, um einen durchschnittlichen Springer auf ca. 6 bis 9 m/s Fallgeschwingigkeit zu bremsen. Der Reserveschirm hat bei einem Gewicht von ca. 7 kg nur noch eine Fläche von knapp über 40 qm, das rettet einem beim Versagen des Hauptschirms gerade das Leben. Ausgelöst wird der Schirm, der mit den zwei "Hakenverbindungsstücken" in zwei Ösen am Gurtzeug des Hauptschirms vor dem Körper befestigt ist, durch das Ziehen an dem Metallbügel auf der Frontseite. An diesen Ösen ist auch der vor den Beinen hängenden "Sprung-Gepäckbehälter" eingehakt. In ihm wird der Rucksack und die Waffe des Springers mitgeführt. Kurz vor Erreichen des Bodens wird er über einen Schnellverschluß (große Metallösen und roter Griff) und eine 5 Meter lange "Ablassleine" "abgelassen", damit er beim Landefall nicht stört. Die Packtasche für den Schirm ist bei den Springern hinter den Brustgurt geklemmt.

Transall_k.jpg (2475 Byte)Nachdem die Springer in dem Hangar ihre Schirme angelegt haben und von den verantwortlichen "Absetzern" überprüft worden sind, heißt es im Allgemeinen "Warten auf die Luftwaffe" mit den Transportflugzeugen C-160. Wegen der hohen Kosten, der Einsatzbereitschaft der Flugzeuge und der relativ geringen Priorität ist meist nur eine einzige "Transall" für den Sprungdienst abgestellt.

 

C160_Besetzen_k.jpg (11286 Byte)Ist die "Trall" dann da, geht es in Vierer-Sprungreihen über das Flugfeld um das Luftfahrzeug zu "besetzen".

 

 

Schirm_k.jpg (11782 Byte)Nach dem Sprung aus einer der Seitentüren (nicht der Laderampe) dauert es nur noch ca. 3 Sekunden, bis sich der Schirm komplett geöffnet hat. Jeder Springer hofft auf diesen Anblick, wenn er zur Kontrolle nach oben schaut.

 

 

Schirme am Himmel 1_k.jpg (11228 Byte)Hier ein Foto aus der Sicht eines der ersten Springer. Wer in der Sprungreihe ziemlich vorne steht, kann nach dem Öffnen seines Schirms das Glück haben, den Öffnungsvorgang der Schirme seiner Kameraden zu beobachten.

 

Schirme am Himmel 2_k.jpg (11080 Byte)Auf jeden Fall ein tolles Gefühl, so hier oben zu hängen, nur getragen von einem Stück Nylon. Noch sieht es ziemlich hoch aus, was sich aber bald ändert. Mit abnehmender Höhe hat man das Gefühl, schneller zu werden, das liegt aber nur an der sich verändernden Perspektive.

 

Absetzplatz 1_k.jpg (11743 Byte)So sieht der "Absetzplatz" und die Kaserne Altenstadt aus ca. 300 Metern Höhe aus. In der Mitte eine CH-53 vom "Luftverlade-Lehrgang" und rechts die "Sammelbox" mit dem Schirmfahrzeug und dem San-Fahrzeug.

 

 

Absetzplatz 3_k.jpg (10935 Byte)Soweit verstreut sind die Springer auf dem Absetzplatz ! Nach einem erfolgreichen "Landefall" packt man seinen Schirm in die mitgeführte Packtasche, schultert sie mitsammt dem Reserveschirm und macht sich auf den Weg zur sogenannten "Sammelbox". Die "Box" ist der Sammelpunkt für alle Springer auf dem Absetzplatz. Hier wird mit Hilfe einer Liste die Anwesenheit aller Springer überprüft.

Absetzen5_k.jpg (10604 Byte)Die folgenden Bilder entstanden am letzten Tag des "Automatikspringer-Lehrgangs" am 26.02.99. Sie wurden von der "Burg" aus aufgenommen, dem höchsten Punkt der Kaserne.

 

 

Absetzen6_k.jpg (10459 Byte)Hier sieht man, wieviele Springer mit zwei Sprungreihen aus einer C-160 abgesetzt werden können. Hier sind es 36 Springer, das heißt 18 in den beiden äußeren Sprungreihen. Nach dem Absetzen der beiden äußeren Sprungreihen dreht die "Trall" eine große Kurve und überfliegt den Absetzplatz ein zweites Mal in gleicher Richtung, um auch die beiden inneren Sprungreihen mit fast nochmal sovielen Springern abzusetzen.

Absetzen7_k.jpg (12643 Byte)Das heißt, daß innerhalb von ein paar Minuten zwischen 60 und 70 Soldaten zusammen mit ihrer Ausrüstung auf einer Fläche von maximal 2 Kilometern verteilt aus der Luft herantransportiert und abgesetzt worden sind.

 

Lastenabwurf1_k.jpg (11459 Byte)Die folgenden vier Bilder zeigen einen "Lastenabwurf" durch eine C-160. Mit einem Lastenabwurf werden Nachschubgüter auf Paletten oder sogar der Luftlandepanzer "Wiesel" durch die Luft an einen bestimmten Ort transportiert.

 

Lastenabwurf2_k.jpg (11702 Byte) Hierfür wird bei geringer Geschwindigkeit und Höhe ein "Aufziehfallschirm" durch die offene Laderampe geworfen.Der Aufziehfallschirm zieht die "Lastenfallschirme" aus der Ladeluke der "Trall". Wenn sich diese Schirme öffnen, ziehen sie die Ladung aus dem Bauch des Luftfahrzeugs.

 

Lastenabwurf3_k.jpg (12287 Byte)Da die Ladung am Schirm noch sehr stark pendeln würde, bremsen noch zwei kleinere Bremsfallschirme die Pendelbewegung so stark ab, daß die Ladung ohne Seitwärtsbewegung auf dem Boden aufschlägt.

 

 

Lastenabwurf4_k.jpg (12570 Byte)Die "Transall" kurvt ein überfliegt hier nochmal die Absetzstelle in sehr niedriger Höhe, um den Landepunkt der Ladung zu überprüfen.

 

 

Lastenabwurf_k.jpg (10298 Byte)Hier nochmal ein anderer Lastenabwurf von der Position der Sammelbox aus gesehen.