Die Fallschirmjägertruppe in den Kampfkompanien bekommt neben der Allgemeinen Grundausbildung zahlreiche Spezialausbildungen. Dazu gehören nicht nur die Wachausbildung oder die MG-Block-Ausbildung, sondern auch das Handgranatenwerfen und die Panzerbekämpfung. Eine zusätzliche Ausbildung kann die Ausbildung zum Militärkraftfahrer sein, bei der ein Führerschein bis zur Klasse BC-7,5 gemacht werden kann. Nachdem der Rekrut nach seiner bestandenen Rekrutenprüfung in die Kampfkampanien versetzt wurde, nimmt er an den Spezialausbildungen teil. Diese beziehen sich auf die Anforderungen im Einsatz der Truppe im Verband der KRK. Dafür werden viele Übungen auf Truppenübungsplätzen wie z.B. im berühmten "Hammelburg" (Bayern) veranstaltet. Hier werden besonders der Orts- und Häuserkampf in dem einzigen deutschen Übungsdorf "Bonnland" trainiert. Eine andere zusätzliche Ausbildung ist eine einfache Kletterausbildung, die auf dem Kasernegelände stattfindet.
Die einfache
Kletterausbildung besteht aus Knoten- und Seilkunde und fährt mit Abseilübungen aus dem
Kompaniegebäude fort.
Dabei geht es auch um
Konzentration, Körperkontrolle und Überwindung von Höhenangsten. Aber man ist steht´s
mit einem Seil vom Ausbilder gesichert.
Die
Kletterausbildung ist wichtig für die Möglichkeit der Überwindung sämlicher
Geländeabschnitte. Und wenn nötig auch mit Verwundeten. Deshalb wird auch dieses unter
Realbedingungen eingeübt.
Hier das
Abseilen eines "verletzten" Kameraden an einer Felswand.
Die Kampfkompanie in
der Winterkampf bzw. Skiausbildung in Bayern in der Nähe von Altenstadt im Schongau.
Hier drei meiner
ehemaligen Kameraden auf der Ladefläche eines 2-Tonners auf einer Übung in Hammelburg im
tiefsten Winter. Die Tarnwirkung der Schneetarnanzuge wird eingeschränkt durch das Tragen
des AGDUS-Systems, welches aus diversen Sensoren und der Elektronik besteht. Diese macht
es zusammen mit dem Laserabstrahlgerät an den Läufen der Waffen möglich, realitätsnahe
Treffer und auch verschiedene Verwundungsarten simulieren zu können. Dabei wird beim
Abfeuern der Waffe mit Platzpatronen ein nicht sichtbarer Laserstrahl auf das anvisierte
Ziel gesendet. Je nachdem, von welchem Sensor der Laserstrahl registriert wird, ertönt
ein sehr lauter Piepston und die Art der Verletzung wird in einem Display in dem schwarzen
Elektronikkästchen auf der Brust angezeigt. Das System ist überlistungssicher und man
kann nicht schummeln.
Das berühmte
"Bonnland", das einzige vollständige Übungsdorf in Hammelburg (Bayern), in dem
in Deutschland in großem Umfang der Orts- und Häuserkampf geübt werden kann. Hier die
Ausbildungsstation "Wurfanker".
Der Soldat wirft ein
Seil mit einem Wurfanker in ein Fenster und klettert daran nach oben.
Eine weitere
Ausbildungstation ist die sogenannte "Ortskampfbahn". Dabei müssen die Soldaten
eine Hindernisbahn in mehreren Häusern überwinden. Es müssen z.B. glatte Hauswände an
einem Seil erklommen werden, die Soldaten müssen in absoluter Dunkelheit auf allen Vieren
durch ein Labyrinth kriechen oder sie müssen zwischen zwei Häusern über ein Stahlseil
hangeln. Bei manchen Hindernissen ist Teamgeist und vor allem Überwindung diverser
Ängste gefragt.