Bei
Automatikschirmen ist der Reserveschirm, anders als bei modernen Sportschirmen,
in einem separatem Verpackungssack untergebracht. Der Reserveschirm ist wie die
Hauptkappe eine schlichte Rundkappe. Der Verpackungssack hat zwei
Trageschlaufen, eine oben und eine an der linken Stirnseite. Auf der rechten
Seite des Verpackungssacks ist der manuelle Öffnungsgriff angebracht. Wenn der
Öffnungsgriff gezogen wird, zieht er über einen Draht zwei Splinte aus den
Öffnungskegeln, über die die vier Seiten des Verpackungssacks mit Ösen
verschlossen sind. Diese Kegel werden durch die rechteckige Stofftasche in der
Mitte abgedeckt. Über die vier Seiten des Verpackungssacks laufen Gummibänder,
die die Seiten beim Öffnungsvorgang nach außen ziehen sollen.
Auf
der Rückseite befinden sich die sogenannten "Hackenverbindungsstücke",
mit denen die Reserve in den zwei D-Ringen am Gurtzeug vor der Brust des
Springers eingehackt werden.
Es gibt zwei Möglichkeiten, einen Reserveschirm zu ziehen:
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bei einem schnellen Fehler | |
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bei einem langsamen Fehler |
Als einen "schnellen Fehler" bezeichnet man einen Öffnungsfehler des Hauptschirms, bei dem die Hauptkappe sich nicht öffnet bzw. entfaltet. Eine ausgeschlaufte, aber nicht entfaltete Hauptkappe bezeichnet man als "Fahne". Hierbei wird der Reserveschirm so schnell wie möglich gezogen. Mit der linken Hand wird die Trageschlaufe an der linken Seite gegriffen, die rechte Hand greift den Öffnungsgriff. Danach wird der Griff mit einem Ruck herausgerissen, wobei der Kopf gleichzeitig nach rechts gedreht wird. Bei den älteren Modellen des T10R geht der Verpackungssack nur durch die Gumminbänder auf und der Schirm fällt heraus in den Luftstrom. Bei den neuesten Modellen öffnet ein Sprungfederhilfsschirm, ein sogenannter "Hot Dog", die Reserve und schießt den Schirm in den Luftstrom.
Ein Öffnungsfehler der Hauptkappe, bei dem sie sich nur
teilweise und unvollständig entfaltet, nennt man einen "langsamen
Fehler". Das kann zum Beispiel ein teilweises Reißen einzelner
Felder oder Fangleinen am Schirm oder ein Fangleinenüberwurf sein, den man "Brötchen"
nennt. Hier wird die Reserve in "sechs Zeiten"
gezogen. Als erstes zieht der Springer nach Erkennen des Fehlers die Beine
geschlossen an den Körper, damit der Reserveschirm nicht zwischen den Beinen
hindurchfallen kann. Jetzt fängt er an zu zählen: 1.
Der Springer presst die linke Hand auf den Verpackungssack des Schirms und nimmt
den Öffnungsgriff in die Rechte. 2. Der Griff wird
gezogen, der Verpackungssack würde sich öffen, wenn der Springer ihn nicht
zuhalten würde. 3. Die oberste Seite des
Verpackungssacks wird mit der rechten Hand hochgezogen. 4.
Die rechte Hand wird mit der Handinnenfläche hinter das Schirmpaket im
Verpackungssack geschoben. 5. Jetzt wird das
Schirmpaket mit beiden Händen nach vorne rechts in den Luftstrom geworfen. 6.
Mit beiden Händen wird das Ausschlaufen der Fangleinen aus den Gummiringen im
Verpackungssack unterstützt. Die Reservekappe schaukelt sich im Luftstrom hoch
und entfaltet sich.
| Technische Daten des T10R | ||
|---|---|---|
| Anzahl der Bahnen: | 24 | 24 |
| Kappendurchmesser: | 7,3 m | 24 ft |
| Fangleinenlänge: | 6,1 m | |
| Gewicht des Schirms: | 5,4 kg | |
| Auslösung: | ||
| Manuell per Handgriff | ||