Die Ausbildung zum Automatik-Springer an der Luftlande-/Lufttransportschule ist in zwei Abschnitte gegliedert, in Bodenausbildung und in Sprungdienst. Die Bodenausbildung dauert 17 Tage und besteht aus den Stationen "Schuffelkiste", "Bruchzelle", "Hänger", "Pendel" und "Sprungturm".
Die
Luftlande/Lufttransport-Schule Altenstadt im Schongau/Bayern im tiefsten Süden unserer
Republik
Ein Teil der Kaserne wird "Die Burg" genannt, weil
sie auf einem kleinen Berg liegt, auf dem im Mittelalter eine Burg stand. Dieser Teil
besteht aus dem ungefähr 20 Meter hohen Trockenturm, in dem die Fallschirme zum Trocknen
aufgehangen werden. In den langgestreckten Gebäuden sind die Lager- und Packhallen für
die Fallschirme und die Film- und Vorführräume für Unterrichtszwecke.
Von "Der Burg"
aus kann man an guten Tagen das Alpenpanorama bewundern.
Ein Blick von "Der
Burg" aus über die Kaserne in Richtung "Absetzplatz". Im linken Bildrand
ist der "Tower Altenstadt" zu sehen, im rechten der "Sprungturm". In
der Bildmitte liegt die "Pendelhalle".
Eine "Noratlas",
das Absetzflugzeug vor der Transall C-160, steht als Relikt alter Zeiten auf dem
Kasernengelände.
Der berühmt berüchtigte
"Hänger", die wohl anstrengendste Ausbildungsstation während der
Bodenausbildung ! Hier werden alle Situationen, die einem Springer widerfahren können,
immer und immer wieder eingeübt, z.B. Fehlentfaltungen, Wasser- und Draht-Landungen. Der
Ausbilder steht dabei in der Mitte auf dem Podest und gibt die Anweisungen.
Die Metallringe, an denen
das Gurtzeug durch die vier Gurte befestigt ist, sind in der Mitte drehbar gelagert.
Dadurch kann hier auch das sogenannte "Slippen" simuliert werden, bei dem durch
Herunterziehen der verschiedenen Gurte die Rundkappensymmetrie so verändert werden kann,
daß der Springer seine Bewegungsrichtung geringfügig ändern kann. In der Luft wird also
die Kappe heruntergezogen, am Hänger allerdings muß sich der Soldat mit einem Klimmzug
nach oben ziehen, bis der Metallring hörbar an der Aufhängung anschlägt ! Eine beliebte
Übung der Ausbilder sind Abzählspiele während des Slippens.
Der
"Hänger" und das "Außenpendel".
Meist wird jedoch die "Pendelausbildung" in der "Pendelhalle" durchgeführt, weil es dort mehr Pendel gibt.
Am "Pendel" wird
das Verhalten kurz vor der Landung eingeübt. Der angehende Springer hängt in seinem
Gurtzeug und pendelt frei in einer Höhe von bis zu vier Metern über dem
Sportmattenboden.
Die Gurte sind über
einen Flaschenzug mit einem dicken Nylontau verbunden. Der Ausbilder kann dadurch den
Springer aus einer gewollten Höhe und mit einer daraus resultierenden
Geschwingigkeit heraus in einem freien Fall herabsausen lassen. Der Springer muß
nun, je nachdem, ob er sich in einer Seitwärts- oder einer Vorwärts-Rückwärtsbewegung
befindet, mit seinem Körper eindrehen, damit er sich am Boden angekommen über seine
linke oder rechte Seite abrollen kann, um die Bewegungsenergie abzubauen.
Nach dem Abrollen auf dem
Boden, dem sogenannten "Landefall", meldet sich der Soldat bei seinem Ausbilder,
der den Landefall korrigiert oder für gut befindet.
Der
"Sprungturm" ist die wohl gefüchteste Ausbildungsstation auf dem Weg zum
Sprungabzeichen ! Hier steigt der Puls der Ausbildungsteilnehmer garantiert in die Höhe !
Der Turm dient zum Training des Absprungverhaltens aus dem Luftfahrzeug. In den kleinen
Häuschen an den Turmseiten sitzen die "Hörsaalleiter" und bewerten jeden
Sprung der Lehrgangsteilnehmer auf das Genauste.
Jeweils vier Springer
können nacheinander zu einer Seite aus dem ca. 13 Meter hohen Turm springen. Dazu werden
die Springer von einem Ausbilder oben im Turm mit ihrem Gurtzeug an die Gurte der
"Laufkatzen" eingeklinkt. Nachdem der Ausbilder dem Springer das Zeichen zum
Sprung gegeben hat, springt der Soldat von der Turmkante. Nach einem Fall von ca. fünf
Metern sind die Gurte gespannt und der Springer wird abrupt abgebremst und in die Gurte
gedrückt. Auf den korrekten Sitz der Beingurte des Gurtzeugs sollte peinlich genau
geachtet werden !
Man wird danach noch
ein wenig durchgeschüttelt und fährt mit der Übungsaufgabe fort, z.B. das Auslösen des
Attrappen-Reserveschirms bei einer Fehlentfalten des Hauptschirms.
Hier ein Bild von so einer
Reserveauslösung. Der Attrappen-Reserveschirm hat statt eines Schirms ein Stoffpaket des
gleichen Gewichts. Dadurch ist der Sprungschüler in der Lage, die Reserve-Attrappe selbst
für den nächsten zu packen.
Die Laufkatzen laufen auf den
Stahltrossen mit Gefälle in Richtung "Wall". Dort stehen Soldaten, die die
Springer, dort angekommen, von den Laufkatzen ausklinken. Zwei weitere Soldaten befestigen
ein Zugseil an den Gurten der Laufkatze und ziehen sie gegen das Gefälle in Richtung Turm
hoch. Am Turm werden die Gurte der Laufkatzen vom Ausbilder mit einem Haken wieder in den
Turm gezogen, um danach die nächsten Springer einhaken zu können.
Vom Wall aus kann man
den Absetzplatz betrachten. Hier starten und landen die Transporthubschrauber vom Typ
CH-53 vom "Luftverladelehrgang". Der Feuerwehrwagen am Tor ist Pflicht, den hier
werden die Hubschrauber auch betankt.
Das Denkmal für die
gefallenen Fallschirmjäger des Krieges. Die Kaserne hat nicht nur in "Der Burg"
Schaukästen mit den verschiedenen Uniformen und Ausrüstungsgegenständen der
Fallschirmjägertruppe aus allen Jahrzehnten, sondern sogar ein eigenes Museum, in der die
Geschichte der Truppe seit ihrer Entstehung zu bestaunen ist.