Ausbildung Automatik-Springerlehrgang

an der Luftlande- / Lufttransport-Schule (LL/LTS) Altenstadt

(Bodenausbildung)

Die Ausbildung zum Automatik-Springer an der Luftlande-/Lufttransportschule ist in zwei Abschnitte gegliedert, in Bodenausbildung und in Sprungdienst. Die Bodenausbildung dauert 17 Tage und besteht aus den Stationen "Schuffelkiste", "Bruchzelle", "Hänger", "Pendel" und "Sprungturm".

LL_LTS_k.jpg (13977 Byte) Die Luftlande/Lufttransport-Schule Altenstadt im Schongau/Bayern im tiefsten Süden unserer Republik

 

 

Altenstadt_Kaserne_k.jpg (8820 Byte)Ein Teil der Kaserne wird "Die Burg" genannt, weil sie auf einem kleinen Berg liegt, auf dem im Mittelalter eine Burg stand. Dieser Teil besteht aus dem ungefähr 20 Meter hohen Trockenturm, in dem die Fallschirme zum Trocknen aufgehangen werden. In den langgestreckten Gebäuden sind die Lager- und Packhallen für die Fallschirme und die Film- und Vorführräume für Unterrichtszwecke.

Kaserne5_k.jpg (12356 Byte)Von "Der Burg" aus kann man an guten Tagen das Alpenpanorama bewundern.

 

 

Kaserne4_k.jpg (12683 Byte)Ein Blick von "Der Burg" aus über die Kaserne in Richtung "Absetzplatz". Im linken Bildrand ist der "Tower Altenstadt" zu sehen, im rechten der "Sprungturm". In der Bildmitte liegt die "Pendelhalle".

 

 

Noratlas1_k.jpg (12893 Byte)Eine "Noratlas", das Absetzflugzeug vor der Transall C-160, steht als Relikt alter Zeiten auf dem Kasernengelände.

 

 

Haenger2_k.jpg (12952 Byte)Der berühmt berüchtigte "Hänger", die wohl anstrengendste Ausbildungsstation während der Bodenausbildung ! Hier werden alle Situationen, die einem Springer widerfahren können, immer und immer wieder eingeübt, z.B. Fehlentfaltungen, Wasser- und Draht-Landungen. Der Ausbilder steht dabei in der Mitte auf dem Podest und gibt die Anweisungen.

Haenger1_k.jpg (14329 Byte)Die Metallringe, an denen das Gurtzeug durch die vier Gurte befestigt ist, sind in der Mitte drehbar gelagert. Dadurch kann hier auch das sogenannte "Slippen" simuliert werden, bei dem durch Herunterziehen der verschiedenen Gurte die Rundkappensymmetrie so verändert werden kann, daß der Springer seine Bewegungsrichtung geringfügig ändern kann. In der Luft wird also die Kappe heruntergezogen, am Hänger allerdings muß sich der Soldat mit einem Klimmzug nach oben ziehen, bis der Metallring hörbar an der Aufhängung anschlägt ! Eine beliebte Übung der Ausbilder sind Abzählspiele während des Slippens.

Aussenpendel 1_k.jpg (13015 Byte)Der "Hänger" und das "Außenpendel".

Meist wird jedoch die "Pendelausbildung" in der "Pendelhalle" durchgeführt, weil es dort mehr Pendel gibt.

 

Pendel 1_k.jpg (10761 Byte)Am "Pendel" wird das Verhalten kurz vor der Landung eingeübt. Der angehende Springer hängt in seinem Gurtzeug und pendelt  frei in einer Höhe von bis zu vier Metern über dem Sportmattenboden.

 

 

Pendelhalle_k.jpg (11946 Byte)Die Gurte sind über einen Flaschenzug mit einem dicken Nylontau verbunden. Der Ausbilder kann dadurch den Springer aus einer gewollten Höhe und mit einer daraus resultierenden Geschwingigkeit  heraus in einem freien Fall herabsausen lassen. Der Springer muß nun, je nachdem, ob er sich in einer Seitwärts- oder einer Vorwärts-Rückwärtsbewegung befindet, mit seinem Körper eindrehen, damit er sich am Boden angekommen über seine linke oder rechte Seite abrollen kann, um die Bewegungsenergie abzubauen.

Pendel 2_k.jpg (11507 Byte)Nach dem Abrollen auf dem Boden, dem sogenannten "Landefall", meldet sich der Soldat bei seinem Ausbilder, der den Landefall korrigiert oder für gut befindet.

 

 

Sprungturm_k.jpg (12642 Byte)Der "Sprungturm" ist die wohl gefüchteste Ausbildungsstation auf dem Weg zum Sprungabzeichen ! Hier steigt der Puls der Ausbildungsteilnehmer garantiert in die Höhe ! Der Turm dient zum Training des Absprungverhaltens aus dem Luftfahrzeug. In den kleinen Häuschen an den Turmseiten sitzen die "Hörsaalleiter" und bewerten jeden Sprung der Lehrgangsteilnehmer auf das Genauste.

Turmsprung3_k.jpg (10700 Byte)Jeweils vier Springer können nacheinander zu einer Seite aus dem ca. 13 Meter hohen Turm springen. Dazu werden die Springer von einem Ausbilder oben im Turm mit ihrem Gurtzeug an die Gurte der "Laufkatzen" eingeklinkt. Nachdem der Ausbilder dem Springer das Zeichen zum Sprung gegeben hat, springt der Soldat von der Turmkante. Nach einem Fall von ca. fünf Metern sind die Gurte gespannt und der Springer wird abrupt abgebremst und in die Gurte gedrückt. Auf den korrekten Sitz der Beingurte des Gurtzeugs sollte peinlich genau geachtet werden !

Turmsprung6_k.jpg (10653 Byte)Man wird danach noch ein wenig durchgeschüttelt und fährt mit der Übungsaufgabe fort, z.B. das Auslösen des Attrappen-Reserveschirms bei einer Fehlentfalten des Hauptschirms.

 

 

Reserve 1_k.jpg (11822 Byte)Hier ein Bild von so einer Reserveauslösung. Der Attrappen-Reserveschirm hat statt eines Schirms ein Stoffpaket des gleichen Gewichts. Dadurch ist der Sprungschüler in der Lage, die Reserve-Attrappe selbst für den nächsten zu packen.

 

Wall_k.jpg (10909 Byte)Die Laufkatzen laufen auf den Stahltrossen mit Gefälle in Richtung "Wall". Dort stehen Soldaten, die die Springer, dort angekommen, von den Laufkatzen ausklinken. Zwei weitere Soldaten befestigen ein Zugseil an den Gurten der Laufkatze und ziehen sie gegen das Gefälle in Richtung Turm hoch. Am Turm werden die Gurte der Laufkatzen vom Ausbilder mit einem Haken wieder in den Turm gezogen, um danach die nächsten Springer einhaken zu können.

Absetzplatz 2_k.jpg (11255 Byte)Vom Wall aus kann man den Absetzplatz betrachten. Hier starten und landen die Transporthubschrauber vom Typ CH-53 vom "Luftverladelehrgang". Der Feuerwehrwagen am Tor ist Pflicht, den hier werden die Hubschrauber auch betankt.

 

Denkmal_2_k.jpg (9633 Byte)Das Denkmal für die gefallenen Fallschirmjäger des Krieges. Die Kaserne hat nicht nur in "Der Burg" Schaukästen mit den verschiedenen Uniformen und Ausrüstungsgegenständen der Fallschirmjägertruppe aus allen Jahrzehnten, sondern sogar ein eigenes Museum, in der die Geschichte der Truppe seit ihrer Entstehung zu bestaunen ist.